CAM Postprozessor-Anpassung - MAX Computer & Mechatronik

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CAM Postprozessor-Anpassung

FAQ
CNC-Codes für KOSY und die Multi-Controller-Steuerung MCS

Überarbeitet:  September 2017

Viele unserer Kunden besitzen bereits eine  CAD/CAM-Ausstattung und erzeugen NC-Programme für die unterschiedlichsten  CNC-Maschinen. Die folgenden Informationen erklären die Besonderheiten des  NC-Codes für unsere Steuerung und die Zusammenhänge.
Diese Informationen gelten ab Version  nccad8 .

Der Weg von der Zeichnung zum  Werkstück
Branchenüblich ist heute mit  Computerunterstützung folgender Weg:
  1. Sie zeichnen (konstruieren) mit einem  vorhandenen CAD-Programm das Werkstück, entweder 2D oder 3D und speichern die  Daten der Zeichnung in einer Datei mit internem Format ab.  
  2. Die Zeichnungsdatei muss für die  Übergabe an ein CAM-Programm exportiert und zwischengespeichert werden. Die  folgenden Export-Formate sind dabei üblich:  
    1. DXF für 2D-Zeichnungen und 2 1/2D-Fräsen  
    2. STL für 3D-Körper und 3D-Fräsen oder  3D-Drucken
Viele CAM-Programme können auch andere Formate  importieren.
Anmerkung: Diese beiden genannten  Formate können übrigens auch direkt in nccad importiert werden und das CAM-Modul  von nccad kann benutzt  werden.
  1. Die zuvor exportierte Datei wird in  einem CAM-Programm importiert und mit den Bearbeitungsdaten ergänzt (welches  Werkzeug, welche Bahnkorrekturen, mit welcher Zustellung, welcher Vorschub  usw.).  
  2. Ein sog. Postprozessor (PP), der zum  CAM-Programm gehört, erzeugt ein- oder mehrere NC-Programme für die  Ablaufsteuerung der CNC-Maschine, z.B. ein NC-Programm zum Schruppen und eines  zum Schlichten.  
    Dabei muss er die besonderen Sprachelemente und herstellerspezifischen Festlegungen berücksichtigen - Jede Maschine bzw. Steuerung hat ihren "Dialekt". Vor der Generierung des NC-Programms muss also die Maschine bzw. der zugehörige PP ausgewählt werden.
  3. Das NC-Programm wird mit Hilfe des  CNC-Steuer- und Bedien-Programms in die Maschinensteuerung eingelesen und  abgearbeitet.

Es sind also 3 verschiedene Programme  (CAD,CAM und CNC) anzuwenden und es ist 2 mal ein Export und Import erforderlich. Mit  Kompatibilitätsproblemen muss gerechnet werden, es passt also nicht immer zusammen.

Bei unser Steuerung sind alle diese  Export-/Import-Schritte nicht erforderlich. Der Weg von der Zeichnung zum  Werkstück ist innerhalb der mitgelieferten CAD/CAM/CNC-Software nccad ausführbar, ohne  Kompatibilitätsprobleme.  

Natürlich wollen wir den Kunden unterstützen,  wenn er ein bewährtes CAD-Programm weiterhin verwenden will und wenn er  umfangreichere und spezielle CAM-Funktionen braucht, die nccad nicht bieten kann. In diesem Fall  muss unser System mit anderen CAD- und CAM-Programmen zusammenarbeiten:  nccad muss ein passendes  NC-Programm importieren, d.h. der Postprozessor der fremden CAM-Software muss  angepasst werden. Dies ist nicht besonders schwierig und geht übrigens immer.  Nicht alle Software-Lieferanten lassen aber diese Anpassung durch den Endkunden  zu, Sie machen es gegen Berechnung.
Von einigen Herstellern wissen wir, dass Sie in  Ihrem CAM-Programm eine PP-Anpassung gemacht haben, meist unter dem  Maschinen-/Steuerungsnamen "KOSY". Hier eine Liste ohne Gewähr:

CAM-Programme mit fertiger bzw. erhältlicher  KOSY-Anpassung (Kenntnisstand wechselt, aktuellen Stand bitte  anfragen)
  • DeskProto  
  • Esprit  
  • millit light/KOSY  
  • Pictures by PC  
  • SurfCAM  
  • NC-Studio  
  • MarvinCAD  
  • Visual mill (Rhino)  
  • AlphaCAM  
  • MTS

CAM-Programme, vom Kunden anpaßbar  (Kenntnisstand vom 1.7.02)
  • DeskProto  
  • millit pro  
  • edgeCAM  
  • Pro/ENGINEER  
  • PEPS  
  • SolidCAM xx  
  • WorkNC
CAM-Programme, nur mit Hilfe des  Software-Lieferanten anpaßbar (Kenntnisstand vom 1.7.02)
  • Catia  
  • Unigraphics

Die folgenden Postprozessor-Kriterien sind bei der  Anpassung des Postprozessors an KOSY zu berücksichtigen:

Codevereinbarungen
Der NC-Code für KOSY basiert auf DIN/ISO 66025.  Diese Norm lässt einige Freiheiten zu, deshalb gilt für KOSY:
  • Das Befehlswort besteht aus einem Buchstaben  (G oder M) und einer 1- oder 2-stelligen Zahl von 0  bis 99.  
  • Das Befehlswort muss am Anfang jeder Zeile  wiederholt werden.  
  • Zeilennummern (Nxxx) sind zugelassen aber  nicht erforderlich.  
  • Angaben für den Vorschub F dürfen nicht  alleine in einer Zeile stehen, sondern müssen am Ende eines Bewegungsbefehles  angehängt werden.

Dazu einige Beispiele:
G00 X10 Y30
G01 Z-1
G02 X20 Y30 I5 J0 F100

Kreisbehandlung
Bei Kreisen und Bögen sind die Abstände zum  Mittelpunkt immer komplett und relativ zum Startpunkt anzugeben,  z.B.:
G02 X20 Y30 I5 J3
Dazu empfehlen wir einen Test mit einem  einfachen Beispiel.

Wertebereiche
Wie für jede CNC-Maschine, so auch für die des  Koordinatentisch-Systems KOSY,  gibt es Grenzen für die anzugebenden Werte. Es gilt:
  • Wertebereich für den Vorschub F von 5 bis 400  (entspricht ca. 0,5 bis 40 mm/sec.), bei einigen Maschinen gelten auch höhere  Werte.  
  • Wertebereich für Koordinaten von -9999.999 bis  +9999.999 mm, also max. Anzahl der Stellen incl. Sonderzeichen = 9.  
  • Die max. Stellenzahl hinter dem Dezimaltrenner  ist beliebig, solange die Gesamt-Stellenzahl 9 nicht überschritten wird. KOSY1/2  kann in der Normalausführung nur 1/100 mm positionieren, KOSY3, 4 5 und HE sowie  die MultiControllerSteuerung MCS können Werte auf 1/1000 mm (1 µm) übernehmen  aber, je nach Ausführung, z.B. nur auf 1,25 µm positionieren.

Einige Beispiele:
G01 X22.12 F100
G01 Y-15.7
G00 X33.123
G00 Y-55.008

Zusatzbefehle und Sonderfunktionen
Am Kopf eines NC-Programms sind 2 Textzeilen  mit Dokumentationsangaben zwingend, die Textinhalte jedoch beliebig, z.B. in der  1. Zeile das Datum und in der 2. Zeile der Name des Bearbeiters:
06.07.2012
Ulf Maier
Weitere Textzeilen müssen als Kommentarzeilen  ausgeführt werden, also ; (Semicolon) am Anfang, z.B.:
; CAMx - PP für KOSY
Kommentare am Satzende werden mit ; (Semicolon)  eingeleitet, z.B.:
G00 X100 Y100 Z50   ;Sichere  Anfangsposition
Am Anfang des NC-Programms sind folgende  Befehle erforderlich:
Schalten der Spindel z.B. Universalspindelmotor  an Relais 6 (230V-Gerätebuchse als Standard-Ausstattung):
M10 O6.1  ;230V Ein
        ^ Buchstabe O (Output)
oder
M10 O6.0  ;230V Aus
Schalten anderer Relais, z.B. für SF-Spindel an  Relais 2:
M10 O2.1  ;Spindel Ein
oder
M10 O2.0  ;Spindel Aus
Referenzfahrt zu den Endschaltern:
G76 (alle  Achsen) oder G76 X0 oder G76  Y0 oder G76 Z0

Zusatzbefehle am Programmende
Am Ende sollten folgende Befehle automatisch  ergänzt werden:
Ausschalten der Spindel z.B.  Universalspindelmotor an Relais 6:
M10 O6.0
Ausschalten anderer Relais, z.B. für SF-Spindel  an Relais 2:
M10 O2.0
Gegebenenfalls eine Fahrt zur fest definierten  Ausspannposition:
G77
oder zu einer frei wählbaren Ausspannposition,  z.B.:
G00 X0 Y200 Z30

Textattribute und Textumfang
NC-Programme sind im Grunde Textdateien ohne  spezielle Textformatierungen. Es handelt sich um sog. ASCII-Dateien. Folgende  Regeln müssen eingehalten werden:
  • Jede Zeile muss mit CR LF abgeschlossen  werden.  
  • Die Dateigröße darf 8 MB nicht  überschreiten.

Dateinamen
  • Die Datei muss die Extension *.KNC (KOSY  NC-Programm) haben


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