Post-Prozessor-Anpassung - MAX Computer & Mechatronik

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Post-Prozessor-Anpassung

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CNC-Codes für KOSY und die Multi-Controller-Steuerung MCS

Viele unserer Kunden besitzen bereits eine CAD/CAM-Ausstattung und erzeugen CNC-Programme für die unterschiedlichsten CNC-Maschinen. Die folgenden Informationen erklären die Besonderheiten des CNC-Codes für KOSY und die Zusammenhänge.

Der Weg von der Zeichnung zum Werkstück
Branchenüblich ist heute mit Computerunterstützung folgender Weg:

  • Sie zeichnen (konstruieren) mit einem vorhandenen CAD-Programm das Werkstück, entweder 2D oder 3D und speichern die Konturdaten in einer entsprechenden Datei ab. Die Export-Formate für Konturdaten sind dabei betriebsintern festgelegt,z. B. DXF in 2D oder 3D, oder STL in 3D.

  • Die Konturdaten werden in einem CAM-Programm eingelesen und mit den Bearbeitungsdaten ergänzt (welches Werkzeug, welche Bahnkorrekturen, mit welcher Zustellung, welcher Vorschub usw.).

  • Ein sog. Postprozessor, der zum CAM-Programm gehört, erzeugt ein- oder mehrere CNC-Programme für die Ablaufsteuerung der CNC-Maschine, z.B. ein CNC-Programm zum Schruppen und eines zum Schlichten.

  • Das CNC-Programm wird in der Maschinensteuerung eingelesen und abgearbeitet.


Bei unserem Koordinatentisch-System KOSY bzw. der Multi-Controller-Steuerung MCS sind alle diese Schritte innerhalb der mitgelieferten CAD/CAM-Software nccad
ausführbar, der CNC-Code muß überhaupt nicht offengelegt werden. Dies ist anders, wenn unser System mit anderen CAD/CAM-Programmen zusammenarbeiten muß: nccad muß ein passendes CNC-Programm importieren, d.h. der Postprozessor der fremden CAD/CAM-Software muß an KOSY/MCS angepasst werden. Dies ist nicht besonders schwierig und geht übrigens immer. Nicht alle Software-Lieferanten lassen aber diese Anpassung durch den Endkunden zu, Sie machen es gegen Berechnung.
Von einigen Herstellern wissen wir, daß Sie in Ihrem CAM-Programm eine KOSY/MCS-Anpassung gemacht haben, oder daß deren Kunden eine Anpassung selbst machen konnten, hier eine Liste:

CAM-Programme mit fertiger bzw. erhältlicher KOSY/MCS-Anpassung
- DeskProto
- Esprit
- millit light/KOSY
- Pictures by PC
- SurfCAM
- NC-Studio
- MarvinCAD
- Visual mill (Rhino)
- AlphaCAM- ProNC

CAM-Programme, vom Kunden anpaßbar (Kenntnisstand vom 1.7.02)
- DeskProto
- millit pro
- edgeCAM
- Pro/ENGINEER
- PEPS
- SolidCAM 2000
- WorkNC

CAM-Programme, nur mit Hilfe des Lieferanten anpaßbar (Kenntnisstand vom 1.7.02)
- Catia
- Unigraphics

Die folgenden Kriterien sind bei der Anpassung des Postprozessors an KOSY bzw. MCS zu berücksichtigen:
Postprozessor-Kriterien für KOSY und MCS
Hier die Zusammenstellung aller Kriterien, die bei der Anpassung eines vorhandenen Postprozessors zu berücksichtigen sind.

Codevereinbarungen
Der CNC-Code für KOSY/MCS basiert auf DIN/ISO 66025. Diese Norm läßt einige Freiheiten zu, deshalb gilt:

  • Das Befehlswort besteht aus einem Buchstaben (G oder M) und einer 1- oder 2-stelligen Zahl von 0 bis 99.

  • Das Befehlswort muß am Anfang jeder Zeile wiederholt werden.

  • Zeilennummern sind nicht zugelassen.

  • Angaben für den Vorschub F dürfen nicht alleine in einer Zeile stehen, sondern müssen am Ende eines Bewegungsbefehles angehängt werden.


Dazu einige Beispiele:
G00 X10 Y30
G01 Z-1
G02 X20 Y30 I5 J0 F100


Kreisbehandlung
Bei Kreisen und Bögen sind die Abstände zum Mittelpunkt immer komplett und relativ zum Startpunkt anzugeben, z.B.:
G02 X20 Y30 I5 J3

Wertebereiche
Wie für jede CNC-Maschine, so auch für die des Koordinatentisch-Systems KOSY oder für die Multi-Controller-Steuerung MCS, gibt es Grenzen für die anzugebenden Werte. Es gilt:

  • Wertebereich für den Vorschub F von 1 bis 250 (entspricht ca. 0,5 bis 25 mm/sec.), bei einigen Maschinen gelten auch höhere Werte.

  • Wertebereich für Koordinaten von -9999.99 bis +9999.99 mm, also max. Anzahl der Stellen incl. Sonderzeichen = 8.

  • Die max. Stellenzahl hinter dem Dezimaltrenner ist beliebig, solange die Gesamt-Stellenzahl 8 nicht überschritten wird. Es wird immer auf 2 Nachkommastellen gerundet. KOSY/MCS kann in der Normalausführung nur 1/100 mm positionieren.


Einige Beispiele:
G01 X22.12 F100
G01 Y-15.7

G00 X33.123
G00 Y-55.008

Zusatzbefehle und Zeilen am Programmanfang
Am Kopf eines CNC-Programms sind 2 Textzeilen mit Dokumentationsangaben zwingend, die Textinhalte jedoch beliebig, z.B. in der 1. Zeile das Datum und in der 2. Zeile der Name des Bearbeiters:
06.07.2001
Ulf Maier
Am Anfang der CNC-Programms sind folgende Befehle erforderlich:

Schalten der Spindel z.B. Universalspindelmotor an Relais 6:
M10 O6.1
Schalten anderer Relais, z.B. für SF-Spindel an Relais 2:
M10 O2.1
Referenzfahrt zu den Endschaltern:
G76

Zusatzbefehle am Programmende
Am Ende sollten folgende Befehle automatisch ergänzt werden:
Ausschalten der Spindel z.B. Universalspindelmotor an Relais 6:
M10 O6.0
Ausschalten anderer Relais, z.B. für SF-Spindel an Relais 2:
M10 O2.0
Gegebenenfalls eine Fahrt zur fest definierten Ausspannposition:
G77
oder zu einer frei wählbaren Ausspannposition, z.B.:
G00 X0 Y200 Z30

 

Textattribute und Textumfang
CNC-Programme sind im Grunde Textdateien ohne spezielle Textformatierungen. Es handelt sich um sog. ASCII-Dateien. Folgende Regeln müssen eingehalten werden:

  • Jede Zeile muß mit CR LF abgeschlossen werden.

  • Die Dateigröße darf 8 MB nicht überschreiten.


Diese Angaben gelten ab Version nccad4.5

 
 
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